Ashley Hans Scheirl thematisiert Identität und Sexualität als Konstruktion, aber sprengt von Anfang an die Regulierungen der Lebenspraxis und Körperpolitik in allen Genres seiner transmedialen künstlerischen Tätigkeit – Malerei, Zeichnung, Fotografie, Film und Performance. Durch die Verknüpfung der künstlerischen Medien schafft Scheirl dreidimensionale, skulpturale Rauminstallationen. Mit den rückhaltlosen, grenzüberschreitenden Verschmelzungsprozessen seiner_ihrer Arbeit mit der eigenen Biographie und der Geschichte seines Körpers überflutet er_sie sein_ihr Œuvre, seine_ihre seit 1972 entstehenden Tagebücher bezeichnet er_sie als „kontinuierlichste Kunstpraxis“.
Seinem_ihrem transmedialen Konzept folgend, schafft Scheirl auch in dem vorliegenden Künstlerbuch visuell schlagende Querverbindungen zwischen seinen_ihren die Mittel des Schocks, der Entblößung und intimen Gewalt ausspielenden bildnerischen Arbeiten und Texten – und integriert die theoretisch-diskursiven Texte der Autoren in sein dichtes, von physischer und intellektueller Intensität geformtes graphisches Konzept.
Scheirl leitete von 2006 bis 2022 den Fachbereich 'Kontextuelle Malerei' an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Hans Scheirl
